SEO für Amazon – Wie verkaufe ich erfolgreicher beim größten Online-Versandhandel

Amazon Seller Central

Wer seine Produkte auf dem Amazon-Marktplatz anbietet, sollte vor allem verstehen, wie Amazon funktioniert. Die Suchmaschine, und nichts anderes ist Amazon für Produkte, hat als oberstes Ziel, den Nutzer bzw. Kunden zufriedenzustellen. Denn nur mit zufriedenen Kunden lässt sich dauerhaft viel Geld verdienen. Im Laufe der Jahre hat sich das Unternehmen vom kleinen Onlinebuchhandel zum globalen Markplatz entwickelt, auf dem man wirklich fast jedes physische Produkt kaufen kann – und das mit nur einem Login. Somit erspart uns Amazon zahlreiche nervige Registrierungsvorgänge in Nischenshops. Zusätzlich funktionieren hier Versand und Kundenservice nahezu perfekt und mit „Prime“ und „Same-Day-Delivery“ bekommt man seine Bestellung nicht nur schneller, sondern profitiert auch noch von einem formidablen Kundendienst. E-Commerce in Perfektion.

Landet ein potenzieller Käufer auf der Plattform, liegt seine Kaufwahrscheinlichkeit bei durchschnittlich 10%. Dies hört sich jetzt nicht viel an, ist im E-Commerce aber eine klare Ansage. Bei Prime-Kunden liegt der Kaufumsatz übrigens bei sagenhaften 70%.

Kenne und verstehe Deine Zielgruppe

Wie in jeder Kundenbeziehung muss man verstehen, was die potenziellen Käufer bewegt und die dazugehörigen Denkweisen. Nur so kann man sie abholen und zum Kauf führen. Ein ein einfaches Beispiel sind die Suchanfragen innerhalb von Amazon. Wer zum Beispiel eine Bohrmaschine sucht, wird in 80% der Fälle eben dies in die Suchmaske eintippen. Doch was ist mit Suchanfragen zu (Akku)-Bohrer oder Bohrhammer? Daher ist es wichtig, dass man bei seiner Keywordrecherche ein wenig um die Ecke denkt. Hilfreich für diese Suche nach Denkweisen ist z.B. Amazon selbst, denn die Suchmaske verfügt über eine Augosuggest-Funktion. Tippe ich Bohr in die Maske ein, wird mir direkt eine Fülle an Alternativen angezeigt.

Die Amazon Produktseite optimieren – Optimierung des Produkttitels

Die Optimierung für Amazon hat gewisse Parallelen zur klassischen Suchmaschinenoptimierung. Der Titel ist hier ebenfalls enorm wichtig, bei Amazon bietet er Platz für 200 Zeichen, von denen 120 Zeichen auch in den Ergebnissen angezeigt werden. Die fehlenden 80 Zeichen werden aber dennoch im Algorithmus mit ausgewertet. Daher sollte man diese natürlich auch voll ausnutzen, auch wenn eine Länge von 120 Zeichen als Optimallösung vorgeschlagen wird.

Der Aufbau des Titels orientiert sich am Produkt. Ein Markenartikel sollte z.B. immer mit der Marke beginnen, andere Artikel mit den potentiellen Suchbegriffen. Darauf folgen sollten Modell, Anzahl, Keywords und wichtige Eigenschaften. Wer noch Platz hat, sollte seinen USP (Unique Selling Point) mit aufführen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Um seine Klickraten zu erhöhen, können Füllwörter vermieden und Sonderzeichen wie |& in geringem Maße eingebaut werden. Wer positive Worte, wie z.B. „hochwertig“ verwendet, dürfte auch zusätzliche Aufmerksamkeit erregen.

Amazon wertet Trennstriche übrigens als Keyword-Kombination, so wird aus Straßen-Besen Straßen, Besen und Straßenbesen.

Die Amazon Bulletpoints optimieren

Amazon Bulletpoints

Die Amazon Bulletpoints sind ein wichtiger SEO-Faktor

Unterhalb des Titels, rechts neben dem Artikelbild, stellt Google 5 so genannte Bulletpoints zur Verfügung. Diese Punkte sind ebenfalls sehr wichtig für eine gute Amazon-Platzierung, denn sie werden in der Regel vom Interessenten auch tatsächlich intensiv gelesen. Da hier der Platz begrenzt ist, solle man auf Wiederholungen von Suchbegriffen verzichten.
Man sollte diese Listenpunkte aber keinesfalls als Anreiz zu einer stumpfen Auflistung ansehen. Vielmehr gilt es an dieser Stelle, den Kunden von seinem Produkt zu überzeugen. Dies geht am besten, indem man sich folgende Fragen vornimmt und versucht, daraus 4 Verkaufsargumente zusammenzufassen:
  • Welche speziellen Eigenschaften hat mein Produkt?
  • Was kann mein Produkt, was Mitbewerber nicht können?
  • Welches Problem löst mein Artikel?
  • Wer nach meinem Produkt sucht, sucht vielleicht auch nach etwas anderem –was?

Die Amazon Schlüsselwörter optimieren

Amazon bietet 5 Felder für die Eingabe der Schlüsselwörter. Schlüsselwörter werden dem Benutzer nicht angezeigt, helfen der Suchmaschine aber das Produkt korrekt (oder inkorrekt) einzusortieren.
Das 6. Feld trägt den Titel „Platinum Schlüsselwörter“ – kann aber getrost ignoriert werden.
Bei den 5 Keyword-Feldern sorgt Amazon für Verwirrung, denn die meisten Händler tragen hier pro Zeile nur ein Wort ein. Dabei können hier pro Feld 1000 Zeichen genutzt werden. Dies sollten Sie auch tun, denn ein besseres Mittel, um die Suchmaschine gezielt zu lenken, finden Sie in Amazon nur durch die bereits beschriebenen Attribute Titel und Bulletpoints. Keywords sollten übrigens mit einem Leerzeichen getrennt werden. Auch hier funktioniert die bereits beschriebene Worttrennung zur Keywordkombination.
Hilfreich ist an dieser Stelle auch wieder Amazons Autosuggestion. Denn wer z.B. nach einem Dübel sucht, kann vielleicht auch eine Bohrmaschine gebrauchen.

Die Amazon Produktbeschreibung aus SEO-Sicht

Als letztes Feld bietet der Marktplatz die Möglichkeit, einen eigenen Produkttext zu hinterlegen. Hier scheiden sich allerdings die Geister über Sinn & Unsinn dieses Abschnitts, denn meist fällt die Kaufentscheidung schon nach dem Durchlesen der Bulletpoints. Dennoch sollten Sie die Beschreibung sinnvoll nutzen – alleine deshalb, weil Google sich für die Inhalte interessiert und nicht alle Produktsuchen direkt bei Amazon starten. So könnten Sie über Google zu potentiellen Käufern kommen.

Bilder für Amazon optimieren

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte – mehr braucht man an dieser Stelle nicht zu sagen. Ein gutes Produktbild kann mehr als kaufentscheidend sein. Für Amazon gilt es daher, gewisse Grundsachen zu beachten.
Ein Produktfoto sollte immer freigestellt sein, d.h. man sieht ausser dem Produkt nur weiße Fläche. Diese sollte nicht mehr als 15 % einnehmen, so dass der Artikel im Vordergrund bleibt.
Ein Text im Bild sollte vermieden werden, da Amazon dies nicht erwünscht. Ebenso steht ein Bild für sich und sollte nicht durch eine Collage überfrachtet werden.
Die Qualität des Bildes sollte stimmen – achte daher auf Beleuchtung, Farben und Kontraste.
Amazon erlaubt eine Darstellung von bis zu 8 Produktbildern. Es lässt sich zwar nicht nachweisen, aber Amazon könnte Artikel mit vielen Bildern bevorzugen.
Bilder sollten eine minimale Auflösung von 1000×1000 Pixeln haben, um die Zoom-Funktion auf der Plattform zu aktivieren.

Die passende Kategorie auf Amazon finden

Amazon ist ein Mega-Marktplatz für wirklich fast alle physischen Dinge. Daher ist dem Unternehmen wichtig, eine gewisse Ordnung im Sortiment zu halten und hat einen umfangreichen Kategorienbaum bereitgestellt. Doch warum ist dies ein SEO-Faktor?
Fakt ist, dass der Verkaufsrang auf Amazon die Verkäufe steuert. Umso besser der Rang, desto mehr Verkäufe werden generiert. (Beststeller-Markierung).
Da sich viele Produkte auch thematisch in verschiedenen Kategorien einsortieren lassen, sollte man hier ein wenig recherchieren und sich die Kategorie heraussuchen, in der die Konkurrenz schwächer aufgestellt ist. Denn hier ist es deutlich einfacher, seinen Verkaufsrang in der entsprechenden Kategorie nach oben zu verringern, als in einer Kategorie mit vielen Konkurrenten.

Weitere Hilfsmittel

Verkäufe ankurbeln

Sind alle Aufgaben gelöst, geht es schlichtweg darum, die angebotenen Artikel auch zu verkaufen. Doch das ist meistens gar nicht so einfach. Amazon hat einen etwas kuriosen Kreislauf geschaffen: Gut verkauft wird nur, wer auf Seite 1 gelistet wird. Um dort hin zu gelangen, muss man gut verkaufen. Hilfreich sind positive (>3 Sterne) Bewertungen. Doch die bekommt man natürlich nur, wenn man auch verkauft. Ein Teufelskreis.

Doch Amazon hat einige Möglichkeiten bereitgestellt, die einem den Einstieg etwas erleichtern. Zum einen können Sie auf Knopfdruck Rabattaktionen starten und den Preis signifikant absenken. Zusätzlich kann eine Verknappung des Lagerbestandes Wunder wirken – aber achten Sie darauf, nicht alle Artikel zu verkaufen. Das mag Amazon nämlich überhaupt nicht. Ein leeres Lager spricht für einen schlechten Verkäufer.
Mit Rabattaktionen können Sie zusätzlich den Verkaufsanreiz erhöhen – Gutscheine innerhalb des Amazonsystems helfen Ihnen bei der Vermarktung.
Als letztes Mittel bietet Amazon ein eigenes PPC-Programm an, bei dem Artikel gegen eine geringe Bezahlung als Anzeige eingeblendet werden. Im Vergleich zu Googles AdWords sind hier die Preise aber wirklich human und liegen meist im unteren Cent-Bereich.

Auch ein kostenloser Versand ist mit Sicherheit ein mehr als positiver Entscheidungsfaktor. Oder denken Sie mal über eine 2-für-1-Aktion nach. Lassen sich Ihre Produkte kombinieren?

Weitere Amazon-SEO-Faktoren

Doch damit nicht genug. Amazon achtet auf weitere Faktoren. Enorm wichtig ist dem Unternehmen auch eine positive Händlerleistung mit einer hohen Kundenzufriedenheit. Dabei werden Bestellmängel, Stornorate, Liefer- und Bearbeitungszeiten genau protokolliert und in das Gesamtranking eingerechnet. Achten Sie also immer auf zufriedene Kunden und eine äußerst pünktliche Lieferung, seien Sie immer kulant und freundlich zu Ihren Käufern.

Amazon Verkäuferleistung

Amazon Verkäuferleistung

Als wohl wichtigster „externer“ Punkt sind die Rezensionen und Bewertungen zu nennen. Positive Bewertungen sind extrem wichtig für gute Verkaufszahlen. Hier gilt es zusätzlich zwischen den Händlerbewertungen und den Produktbewertungen zu unterscheiden, denn beides kann von Amazon-Mitgliedern rezensiert werden.
Doch wie erhalte ich gute Bewertungen, wenn ich nicht gut gelistet werde? Den Teufelskreis können Sie ein wenig aufbohren, denn Bewertungen lassen sich auch forcieren: Suchen Sie z.B. nach Produkttester-Gruppen, die gegen eine Gebühr Ihre Artikel nach einer Probe „ehrlich“ bewerten.
Wer seine Pakete noch selbst packt, kann mit kleinen Beilagen auf eine Bewertung aufmerksam machen. Achten Sie jedoch auf die rechtlichen Fallstricke: Mit dem Erhalt der Ware ist der Verkauf abgeschlossen. Sie dürfen – rein rechtlich – den Käufer nicht kontaktieren, sofern er hierzu nicht seinen Wunsch geäußert hat.

Generell kann übrigens jeder mit einem Amazon-Account einen Artikel bewerten, auch wenn er diesen nicht gekauft hat. Dann fehlt lediglich das „verifizierter Kauf“-Siegel neben der Bewertung.

Fazit: Eine Optimierung für Amazon gleicht sehr der klassischen Suchmaschinenoptimierung, jedoch gibt es einige Feinheiten zu beachten. Einige Restriktionen im Amazon-Universum gilt es zu beachten, einige kuriose Muster müssen zwangsläufig mit Umwegen durchbrochen werden, um erfolgreich auf dem größten Onlinemarktplatz zu verkaufen. Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit unserer „SEO für Amazon“-Zusammenfassung helfen, Ihre Artikel gewinnbringend zu vermarkten. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen als Amazon-SEO-Agentur in Koblenz natürlich gerne zur Verfügung.

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