
Künstliche Intelligenz (KI) verändert grundlegend, wie Menschen online nach Produkten und Dienstleistungen suchen. Tools wie ChatGPT, Googles KI-Übersichten (AI Overviews) und AI-Suchmaschinen wie Perplexity liefern Nutzern sofort Antworten anstelle langer Listen von Links. Dieser Beitrag zeigt, wie KI-Tools das Suchverhalten beeinflussen und wie Suchergebnisse neu aufbereitet werden. Außerdem erfahren Sie, was Website-Betreiber und SEO-Verantwortliche – insbesondere kleine Unternehmen – tun müssen, um sichtbar und relevant zu bleiben. Grafiken und Tabellen verdeutlichen die Trends.
Verändertes Suchverhalten durch KI-Tools
Immer mehr Menschen wenden sich direkt an KI-Assistenten, um Produkte zu finden oder Fragen zu stellen. Schätzungsweise 800 Millionen Menschen nutzen ChatGPT (Stand April 2025). In Deutschland verwenden 9 % der Befragten ChatGPT mehrfach täglich; 18 % nutzen es mehrmals pro Woche. Besonders Berufstätige und jüngere Nutzer setzen zunehmend auf KI.
Der SEO Trend ist erkennbar. Suchanfragen wandern von klassischen Suchmaschinen zu KI: Google verzeichnet auf dem Desktop im DACH-Raum nur noch ~74 % Marktanteil, während Bing (inkl. Copilot) auf 16,7 % steigt. Der Wandel ist schleichend, aber sichtbar.
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Marktanteile der Suchmaschinen (Desktop, Deutschland, 2023–2025). Bing und andere holen durch KI auf.
Viele Webseiten erhalten heute mehr Besuche über KI-Chatbots als über Google – vor allem in den Bereichen Online-Services, Bildung und Medien. Über 70 % der Eingaben bei ChatGPT passen nicht mehr zu klassischen Such-Intent-Kategorien. Das Suchverhalten wird komplexer und dialogorientierter.
KI-gestützte Suchergebnisse: AI Overviews und Chat-Antworten
Google hat mit AI Overviews (seit März 2025 im DACH-Raum) eine neue Ergebnisform eingeführt: In einem farbig hinterlegten Kasten fasst die KI verschiedene Quellen zu einer präzisen Antwort zusammen. Meist stammen diese aus den Top-10-Ergebnissen der Suche. KI-Überblicke erscheinen vor allem bei längeren, komplexen Fragen und bei W-Fragen.
Im März 2025 hatten etwa 18 % aller Google-Suchen eine AI Overview, in den USA im Juni 2025 sogar mehr als die Hälfte.

Microsoft Bing Chat und Perplexity liefern ähnlich zusammengefasste Antworten. Einzelne Webseiten rücken in den Hintergrund – entscheidend ist, ob die KI die eigene Seite als Quelle erkennt. Autorität und Vertrauen (E-E-A-T) werden immer wichtiger, um von der KI überhaupt berücksichtigt zu werden.
Weniger Klicks und neue Traffic-Herausforderungen
KI-Antwortboxen verändern das Klickverhalten massiv: Wird eine AI Overview angezeigt, klicken Nutzer nur in 8 % der Fälle auf ein klassisches Ergebnis (ohne KI: 15 %). Die Klickrate auf die Quellen in der KI-Box beträgt sogar nur rund 1 %. „Zero-Click“-Suchen nehmen zu: In 26 % der Fälle verlassen Nutzer Google, nachdem sie die KI-Antwort gelesen haben, ohne zu klicken.

Organische Treffer und Anzeigen verlieren an Sichtbarkeit, sobald KI-Overviews erscheinen. Das bedeutet, der Wettbewerb um die wenigen verbleibenden Klicks verschärft sich.

Wer trotzdem als Quelle in der KI-Box genannt wird, profitiert oft von einer höheren Conversion-Rate – das Vertrauen ist direkt größer. Doch: Die Konkurrenz um die Aufnahme in die KI-Antworten ist groß.
SEO-Strategien für die KI-Ära
- Strukturierte Daten (Schema.org) nutzen: Sie helfen der KI, Inhalte korrekt einzuordnen. JSON-LD-Markup für FAQ, Bewertungen, Produkte u. v. m. nutzen.
- Listen, Tabellen, FAQs integrieren: KI bevorzugt klar gegliederte, übersichtliche Inhalte. FAQ-Bereiche und Vergleichstabellen erhöhen die Sichtbarkeit.
- Eigene Daten und echte Expertise teilen: Proprietäre Insights, Studien und Praxistipps heben Sie von der Masse ab.
- E-E-A-T stärken: Autorität, Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit werden wichtiger. Backlinks, Presse und Plattform-Präsenz fördern.
- Vergleichs- und Ratgeberinhalte erstellen: Vergleiche („Was ist besser: X oder Y?“) funktionieren besonders gut.
- Multi-Plattform-Strategie fahren: Know-how auch auf LinkedIn, YouTube, Substack etc. teilen – KI-Modelle greifen auf viele Quellen zu.
- Content aktuell halten: KI bevorzugt frische Inhalte. Redaktionspläne für regelmäßige Updates einführen.
- Neue Ansätze wie „Jobs to be done“ einsetzen.
- Klassische SEO nicht vergessen: Technische SEO, schnelle Ladezeiten und Top-10-Platzierungen bleiben unverzichtbar.
Fazit
KI ist dabei, die Onlinesuche grundlegend zu verändern. Für kleine Unternehmen heißt das: Jetzt aktiv werden! Die Website sollte KI-fit gemacht werden, indem strukturierte, hochwertige und einzigartige Inhalte erstellt werden. Autorität und Plattform-Präsenz zählen mehr denn je. Wer sich jetzt anpasst, bleibt auch in einer KI-dominierten Suchlandschaft sichtbar und wird weiter gefunden.
TL;DR: KI wird zur neuen Schnittstelle der Onlinesuche. Bleiben Sie relevant, indem Sie hervorragende, strukturierte Inhalte erstellen, Ihre Autorität ausbauen und Ihre SEO-Strategie an die Spielregeln der KI anpassen – dann kommen Google und ChatGPT nicht an Ihnen vorbei!
Quellen
Die im Beitrag genannten Statistiken und Empfehlungen basieren auf aktuellen Studien und Expertenerkenntnissen, u. a. von Pew Research, Xponent21, Evergreen Media, Xpert.digital und DoIT Software.
